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HATLAPA rüstet Nordic mit einzigartiger Doppelschleppwinde aus

Der Jahrzehntelang erfahrene Hersteller von Ruderanlagen, Kompressoren und Schiffswinden aller Art aus Uetersen bei Hamburg hat jetzt den neuen Notfallschlepper Nordic mit allen Decks-, Rudermaschinen und Kompressoren an Bord ausgerüstet. Das gesamte Auftragsvolumen betrug 2,5 Millionen Euro.

Die zur Arge Küstenschutz zusammengeschlossenen drei deutschen Reedereien Bugsier, Fairplay Towage und Unterweser sowie Wiking Helikopter haben vom Bundesverkehrsministerium den Auftrag erhalten, diesen Notschlepper zur Gefahrenabwehr in der Deutschen Bucht zu bauen. Er soll künftig havarierte Schiffe in der Nordsee retten und bergen und damit das deutsche Wattenmeer vor solchen Umweltkatastrophen bewahren, wie sie das Pallas-Unglück 1998 auslöste.

Seinerzeit war der unter der Bahamas-Flagge fahrende Holzfrachter Pallas vor Amrum auf Grund gelaufen. 90 Tonnen Öl liefen aus und 12.000 Seevögel und mehrere Dutzend Seehunde verendeten. Wochenlang brannte das Schiff aus, ohne dass der Frachter geborgen werden konnte. Daraufhin wurde der Hochseeschlepper Oceanic für den Schutz der Nordseeküste eingesetzt, der nun durch die auf der Peene-Werft in Wolgast für 45 Millionen Euro gebaute Nordic ersetzt werden soll. Die 16-Mann-Besatzung wird vor Helgoland rund um die Uhr auf Lauer gehen.

„Das im Notfall wichtigste Hilfsmittel an Bord des 78 Meter langen und 3300 Tonnen schweren Notfallschleppers wird eine Spezialschleppwinde aus dem Hause HATLAPA sein, die gleich in zweifacher Ausführung hintereinander in sogenannter Wasserfallausführung eingebaut worden ist“, erklärt HATLAPAs Windenkonstrukteur Jobst Haasemann. Jede dieser dynamischen Schleppwinden verfügt über eine Zugkraft von bis zu 250 Tonnen und eine Haltekraft von bis zu 380 Tonnen.

„Sinn und Zweck dieses doppelten Aufbaus ist ein absoluter Sicherheitsanspruch“, erläutert HATLAPAs Offshore-Vertriebsleiter Uwe W. Nickschat. Die Trommeln der jeweils 150 Tonnen schweren Winden fassen pro Trommel 1400 Meter lange, 40 Tonnen schwere Stahlseile, die in allen erdenklichen Positionen beherrscht werden müssen. „Durch den doppelten Aufbau entsteht eine Redundanz. Wenn eine Maschine aus irgendeinem Grund ausfallen sollte, kann per Knopfdruck sofort die andere ihre Aufgabe übernehmen. Jede Winde hat ihren eigenen Antrieb und kann für sich alleine bedient werden.“

Dieses Sicherheitsdenken à la „doppelt hält besser“ ist auch für HATLAPA neu. In der Handelsschifffahrt und Offshore-Industrie komme es praktisch nicht vor, dass zwei völlig baugleiche Schleppwinden, die die gleiche Funktion haben, von den Reedern oder Werften geordert werden, berichtet Herr Nickschat. Das wäre zu teuer, zumal es in der Realität äußerst selten passiert, dass die Maschine ihren Geist aufgibt.

Aber in diesem speziellen Fall beruht das „worst-case-Denken“ auf einem umfassenden Sicherheitskonzept. Selbst für den unwahrscheinlichsten Notfall soll der Küstenschutz-Schlepper gewappnet sein. „Wir haben uns dieser Aufgabe gerne gestellt. Sie passt von der Größe her perfekt in unser Leistungsprofil“, sagt Herr Nickschat. „Auch wenn unsere Doppelschleppwinden im Idealfall nicht einmal zum Einsatz kommen werden.“ Die Leistung der Schleppwinden ist schon beeindruckend. Rund 1000 Kilowatt stark ist jede von ihnen. Damit ist praktisch jeder Frachter oder Öltanker, der in Not gerät, auch bei schwerer See, Wind und Wetter wieder manövrierfähig zu machen, erklärt Herr Haasemann.

Für HATLAPA war dies nicht der erste Auftrag für den Küstenschutz und Forschungsinstitute. So fahren bereits das Hochseeforschungsschiff „Meteor“, das vorwiegend im Eismeer eingesetzte Versorgungsschiff „Polarstern“ oder die Forschungsschiffe „Sonne“ und „Maria S. Merian“ seit vielen Jahren mit den robusten Hightech-Maschinen made in Uetersen. Und auch die Mehrzweck-Schiffe „Arkona“, „Neuwerk“, „Mellum“ und „Scharhörn“ sind mit dem HATLAPA-Equipment ausgerüstet worden.

Das 1919 gegründete Familienunternehmen HATLAPA stellt Kompressoren, Ruderanlagen und Deckmaschinen aller Art für den Schiffbau auf dem gesamten Weltmarkt vornehmlich in seiner Firmenzentrale in Uetersen bei Hamburg her. Ein Teil der großen Ruderanlagen wird direkt in Südkorea gefertigt, wo HATLAPA seit vier Jahren eine eigene Fabrik mit 45 Mitarbeitern unterhält. Das Unternehmen wird von seinen drei Gesellschaftern Dr. Hubertus Hatlapa, Dr. Alexander Nürnberg und Jörg Tollmien geleitet und beschäftigt heute 400 Mitarbeiter und 40 Auszubildende. Der Jahresumsatz betrug im Jahr 2010 rund 120 Millionen Euro.

(hatlapa)

Quelle: hatlapa , April 21 , 2011;Foto: shipspotting, November 21, 2010

 

 

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